USA mit Hund: Das Land der Möglichkeiten

USA mit Hund: Das Land der Möglichkeiten

Amerika fasziniert und begeistert mit breiten Highways, majestätischen Landschaften, quirligen Städten, die niemals zu schlafen scheinen. Es ist ein Land der Gegensätze, der Widersprüche, der Technik, aber auch der Harmonie, Einheit und Natur.

Und ja, Amerikaner mögen Hunde. Manchmal aber auf eine für Europäer seltsame Art. Obwohl die USA grundsätzlich hundefreundlich sind, gibt es einige Einschränkungen, die man kennen sollte, bevor man den Flug bucht.

Hunde ja, aber bitte nicht dabei

Wer in die USA reist und hofft, mit dem Hund einfach durch Nationalparks zu streifen, an Stränden entlangzulaufen und in Restaurants einzukehren, den müssen wir enttäuschen. Die meisten Nationalparks erlauben Hunde auf Trails nicht (ähnlich wie Namibia, Südafrika und Botswana) oder nur sehr eingeschränkt.

An Stränden gibt es ausgewiesene Hundebereiche, aber längst nicht überall. In Restaurants sind Hunde fast nie erlaubt. Und den Hund allein im Hotelzimmer zu lassen ist in vielen Häusern verboten, manchmal ist es sogar nötig, dass der Hund in einer Transportbox bleibt. USA Greencard

Das ist für Hundefreunde mehr als ernüchternd. Aber, es gibt Lösungen.

Wer die USA mit Hund wirklich genießt

Am besten unterwegs ist, wer mit dem Wohnmobil reist, da ist man nicht auf hundefreundliche Hotels oder Motels angewiesen. Wer hingegen auf seiner Rundreise viel am Strand liegen und die großen Städte besuchen will, sollte den Hund besser zu Hause lassen. Adressen für hundefreundliche Ferienhäuser in den USA findet ihr aber natürlich auch hier bei holawuff.

New York und San Francisco gelten in den USA als besonders hundefreundliche Städte. Was das Klima betrifft, sind Kalifornien und Florida sehr heiß — für den Sommer eignen sich daher Atlanta, Boston, Chicago, Dallas oder Detroit besser.

Wer mehrere Wochen Zeit hat und flexibel reist, erlebt etwas, das in Europa schlicht nicht existiert: echte Weite. Viele State Parks sind hundefreundlicher als die Nationalparks, und die Campingkultur ist für Hunde oft angenehmer als manches europäische Hotel.

Was man vor dem Flug wissen muss

Die Einreise ist mit Vorbereitung gut machbar, aber nicht zu unterschätzen. Die Tollwutimpfung muss mindestens 30 Tage vor der Einreise erfolgt sein und darf nicht älter als 12 Monate sein. Dazu kommt ein Gesundheitszeugnis vom Tierarzt, das auf Englisch ausgestellt sein sollte.

Seit dem 1. August 2024 verlangt die CDC, dass alle Hunde bei der Einreise in die USA eine offizielle Tollwutimpfung und weitere aktuelle Einreiseunterlagen nachweisen. Ein Blick auf die aktuelle CDC-Website vor der Reise ist Pflicht — die Bestimmungen können sich ändern.

Ab dem 1. August 2024 müssen Welpen mindestens 6 Monate alt sein, um in die USA einreisen zu dürfen. Visum USA

Kleine Hunde können oft in der Kabine mitfliegen, größere müssen in den Frachtraum. Viele Fluggesellschaften transportieren keine Hunderassen mit kurzen Schnauzen wie Englische Bulldoggen und Möpse, da diese Hunde im Flugzeug sehr anfällig für lebensgefährliche Atem- und Temperaturprobleme sind. Frühzeitig bei der Airline nachfragen. Visum USA

Sonderfall Hawaii: Alle Hunde, die in das tollwutfreie Hawaii eingeführt werden, unterliegen einer 120-tägigen Quarantäne. Diese kann verkürzt werden, wenn man alle Auflagen des „Five-Day-or-Less Program“ erfüllt. Wer mit Hund nach Hawaii möchte, muss sehr früh planen. Ichbinexpat

Mit dem Schiff — eine Alternative

Auf dem Passagierschiff Queen Mary 2 kann man Hunde mitnehmen. Diese müssen allerdings in einem Hundezwinger an Bord bleiben, können aber besucht werden. Da das Schiff von England aus losfährt, sind nicht nur die amerikanischen, sondern auch die britischen Einreisebestimmungen zu beachten. Ichbinexpat


Auswandern in die USA mit Hund — was sich ändert

Wer nicht nur Urlaub macht, sondern dauerhaft in die USA zieht, wird schnell merken: Die Einreise des Hundes ist das Einfachste. Der Alltag danach ist die eigentliche Herausforderung.

Wohnen mit Hund in den USA

In den meisten gemieteten Wohnungen und Häusern sind große Haustiere wie Hunde nicht erlaubt. Das ist einer der größten Unterschiede zu Europa und trifft viele Auswanderer unvorbereitet. Wer mit Hund in die USA zieht, muss bei der Wohnungssuche deutlich früher und gezielter vorgehen und in vielen Fällen mehr Budget einplanen, da hundefreundliche Wohnungen teurer sind oder eine zusätzliche Kaution verlangen.

Wer ein eigenes Haus kauft oder mietet, hat es deutlich einfacher. Für langfristig geplante Auswanderung ist Eigentum oder ein Haus mit Garten die praktischere Lösung.

Regeln im Alltag

Prinzipiell herrscht Leinenzwang, und in vielen Regionen werden Strafzettel vergeben, wenn der Hund nicht an der Leine geführt wird. In öffentlichen Verkehrsmitteln sind nur Blindenhunde erlaubt. In Geschäfte dürfen Hunde mitgenommen werden, wenn ein entsprechendes Hinweisschild am Eingang angebracht ist — meist steht dort „pets welcome“. USA Greencard

Die Regeln variieren stark von Bundesstaat zu Bundesstaat und sogar von Stadt zu Stadt. Wer in einem Apartment-Block in New York City lebt, der erlebt andere Regeln als jemand mit einem Haus in Texas oder Oregon.

Klima und Gesundheit

Je nachdem, wohin in den USA man mit dem Hund auswandert, können die klimatischen Bedingungen komplett anders sein als gewohnt. In Kalifornien oder anderen südlichen Bundesstaaten muss man mit durchschnittlich höheren Temperaturen rechnen, die vor allem in den Sommermonaten nicht nur für Herrchen, sondern auch für den Hund zur Belastung werden können.

Hitze, Zecken, Herzwurm — in den USA gibt es parasitäre Erkrankungen, die an Orten der Welt kaum eine Rolle spielen. Wer nach Florida, Texas oder in den Süden zieht, sollte sich beim Tierarzt vor Ort intensiv beraten lassen.

Hundekultur in den USA 

Die USA sind ein Land der Extreme, auch in Sachen Hundehaltung. Einerseits gibt es eine ausgeprägte Dog-Park-Kultur, spezialisierte Hundesalons, Hundehotels und -restaurants, die in Europa so kaum existieren. Andererseits existieren in einigen Regionen Zustände, die man als Hundeliebhaber lieber nicht sehen möchte.

Die Tierschutzgesetze variieren erheblich,  was in Bayern undenkbar wäre, ist in manchen US-Bundesstaaten gängige Praxis.

Für jemanden, der mit einem geliebten Hund auswandert, ist die Wahl des Bundesstaates deshalb nicht nur eine Frage von Klima und Jobmarkt, sondern auch eine Frage der Hundekultur. Oregon, Colorado und Washington State gelten als besonders fortschrittlich in Sachen Tierschutz und Hundefreundlichkeit. Florida und Texas bieten Freiheit und Platz, aber weniger Regulierung, was je nach Perspektive Vor- oder Nachteil ist.

Das Fazit für Auswanderer

Die USA sind für Hundebesitzer durchaus zu realisieren, aber man muss wissen, worauf man sich einlässt. Wohnungssuche, Klimaanpassung, andere Veterinärmedizin, andere Alltagsregeln. Wer gut vorbereitet ist und sich seinen Bundesstaat bewusst wählt, kann mit Hund sehr gut in den USA leben. Wer mit europäischen Erwartungen anreist, wird an einigen Stellen umdenken müssen.